Transportkiste für den Sprinter

 

Da der Sprinter ein recht einfaches Modell gewesen ist, mußte die Transportkiste schon ein wenig aufwendiger sein. Als Modellbauer muß man ja gefordert werden. Daraufhin habe ich mir mehrmals Gedanken gemacht, wie kann die Transportkiste aussehen?

Eine wichtige Unterlage ist mein Notizblock geworden. Informationen, Eindrücke wurden notiert und gelistet. Im laufe der Zeit ist die Liste immer länger geworden. So wurden Einträge hinzugefügt oder gestrichen, weil die Notiz beim überlegen sich als unrealistisch sich herausgestellt haben.
Durch Straßen bin ich gelaufen, auch Neubaugebiete mit Häusern oder Gewerbeflächen habe ich mir angesehen. Immer den Blick auf die Häusern gerichtet und gehalten, sowie bewertet. Ebenso habe ich mir im Internet verschiedene Häuser angesehen.
Auf den von mir besuchten Modellbaumessen habe ich mir die Modellbauanlagen angesehen und auch bei den Herstellern von Modelleisenbahnzubehör umgesehen.
Auch Kataloge von den Eisenbahnern habe ich mir angesehen. Im nach hinein betrachtet sind die verschiedenen Kataloge der Eisenbahner eine wahre Fundgrube, eine Quelle der Ideen und Anregungen. Sie bieten die unterschiedlichen Zeitepochen und unterschiedliche Gebäudetypen. Nachher sahen die Katalog sehr bearbeitet aus, herausgerissene Seiten, „Eselsohren“, Notizen an den Fotos.
Die Transportkiste wie bereits erwähnt sollte etwas besonderes sein. Ein Urlaub in Dresden hat mir dann die „Baubeschreibung“ vorgeben. Eine Kombination von den selbstgemachten Fotos und Eisenbahnkatalogen sollte es dann sein. Es sollte ein möglichst hohes Haus sein mit mehreren Etagen, Balkonen und Dachgauben. Nur wie erstellt man ein möglichst großes Haus, was noch in einem PKW eines Truckmodellsbauer passt und nicht nur viel umbauter Raum ist der nicht sinnvoll genutzt werden kann. Ich will nicht nur mit einem Modell zur Veranstaltung fahren.
Die Entscheidung sah vor:
So entsteht dann ein „doppelt“ so hohes Haus. Sind die Hausseiten hoch geklappt werden sie mit Drahtbrücken fixiert. Diese Drahtbrücken sind von einem Billy Ikea Regal, können aber auch in der „Restekiste“ bei Ikea besorgt werden. Die Dachflächen werden zusammengesteckt und dann wird es auf Trägern montiert und dort befestigt. Die Gauben sind von mir gebaute „Fertigteile“ und werden mit Zahnstochern in der Dachfläche befestigt.

Die Fensteröffnungen sind ausgesägt worden und danach mit einem Falzfräser ein wenig gefalzt worden. Diese Falzung ist nötig, damit die Fensterrahmen und Glasscheiben bündig in der Sperrholzplatte abschließen. Es ist wichtig gewesen diesen Arbeitsschritt zu machen, weil die heruntergeklappte Hausseite mit der Innenseite nach Außen zeigen. Da es sich auch gleichzeitig um eine Transportkiste handelt sollte diese im Arbeitseinsatz auch mal den einen oder anderen Anstoß überstehen können. Stehen in diesem Fall die Glasscheiben bzw. die Fensterrahmen dann über, können diese beim Transport beschädigt / abgerissen werden und diese sollte vermieden werden. An der Hauswand kann nun aber auch keine aufwendige „Stuckarbeit“ angebracht werden, denn die
beiden Außenseiten liegen aufeinander.

Eine Herausforderung waren das Sägen der unterschiedlichen Winkel am Dach und der Dachgauben. Wie verläuft der Winkel, wie muss auf der kleinen Tischkreissäge gesägt werden wenn das Sägeblatt sich nur um max. 45° nach rechts sich kippen lässt. Wie muss wann welcher Winkel in welchem Arbeitsschritt gesägt werden, eine kleine bis große Denksportaufgabe. Am Ende lassen sich die Dachflächen bündig mit einem kleinem Spaltmaß fest miteinander verbinden. Eine kleine Herausforderung waren die vier Balkone, viele Löcher müssen gebohrt werden für die Brüstungsgitterstäbe. Diese Brüstungsgitterstäbe sind aus Zahnstochern gefertigt worden. Bei den Löchern handelt es sich um Durchgangsbohrungen und auch Sacklöcher. Zu Anfang musste die Baugröße des Hauses bzw. der Transportkiste festgelegt werden, hier vor allem die Höhe. Die Höhe sollte ausreichend für den Sprinter sein und später als Dekorationsartikel neben den anderen LKW auf dem Parcour auch noch passen. So entschied ich mich für ein dreistöckiges Haus.

Das erste Problem ließ nicht lange aus sich warten. Wie befestige ich die Fenster in der zweiten Etage, weil hier die beiden Seitenteile zusammenkommen und die Klappscharniere angebracht sind. Sind die Seitenteile der Häuserwand hochgeklappt werden die Fenster in besondere Rahmen gesteckt und fixieren sich selbst.

Das Modell, das Dach und die Dekorationsartikel müssen in der Transportkiste gemeinsam hineinpassen. Gleichzeitig müssen die Teile sicher transportiert werden können. Durch Befestigungsteile und Schaumstoff werden die Teile vor Beschädigung gesichert.
Die obere Öffnung der Transportkiste wird im Falle des Transportes mit einer stabilen Sperrholzplatte verschlossen. Diese wird später nicht benötigt um an der Kiste einen Teil der Dekoration zu übernehmen. Mit Rollladengurt wird die Transportkisten getragen. Der Rollladengurt ist auf der Innenseite der Transportkiste befestigt.

Bei uns im Verein sollten die nicht benötigten Transportkisten der Modelle wieder in die jeweiligen Fahrzeuge der Modellbauer gebracht werden. Ich bin ein wenig faul und behalte die Kisten lieber in meiner Reichweite. Dadurch spare ich mir den Weg die leeren Transportkisten am Veranstaltungsbeginn ins Auto zu bringen. Ebenso auch kurz nach Veranstaltungsende sie aus dem Auto wieder zu holen. Der größte Vorteil ist aber, dass die Transportkisten bei der Veranstaltung sich zu Dekorationsartikel verwandeln, sie bleiben als Häuser auf der Veranstaltungsfläche stehen. Für meine anderen Modelle habe ich auch Transportkisten die als Häuser aufgebaut sind. Sie nutze ich auch Gardrobe für meine Jacke, als Raum um meine Lebensmittel ein wenig vor der Sonneneinstrahlung zu schützen. Denn ich nehme grundsätzlich keine Kühltasche mit.

 

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erstellt am 17.07.2012

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