Kommunales Entsorgungsfahrzeug Volvo F 16 Intercooler

Darf ich mich kurz vorstellen, ich bin ein Volvo F 16 Intercooler.“
Mich sieht man im täglichen Arbeitseinsatz auf den Straßen der Stadt fahren. Meistens werde ich nur „ Müllwagen " genannt.

Blcik schräg von vorne auf die FahrerseiteBin ich dann im Arbeitseinsatz, regen sich die Autofahrer über mich auf, weil ich dann auf der Straße stehe und einen unangenehmen Duft verbreite. Nur handelt es sich immer um den Müll den die Autofahrer vorher zu Hause in die Mülltonne geschmissen haben.
Mein Aufbau dient zur Entleerung der 1 100 l Rollcontainer:

    - für Hausmüll,
    - grüner Punkt
    - Altpapier oder
    - Problemabfällen.

Wahrscheinlich bin ich mit diesem „Motor“ der stärkste Müllwagen in der Bundesrepublik Deutschland, vorausgesetzt, es gibt mich im Original. Früher war ich ein Kinderspielzeug gewesen von der Firma Bruder, hatte ein 3 - achsiges Fahrgestell mit ultrakurzem Radstand, ca. 12 cm zwischen der 1. und 2. Achse."

Als mich Rainer Nellißen in einem Kaufhaus kaufte und so eigenartig ansah, wußte ich, daß ich zu etwas besserem produziert wurde. Rainer Nellißen zerlegte mich in meine Baugruppen, wobei der Großteil weggeworfen wurde.

Übrig blieben nur:

die Felgeneinsätze
Fahrerhaus mit Bodengruppe
vordere Stoßstange
Müllwagenaufbau mit der „Rollcontaineraufnahme“,
erzählt das Entsorgungsfahrzeug.



Die Idee für dieses Fahrzeug kam durch eine Veranstaltung beim Fuhramt der Stadt Recklinghausen im Juni 1995 und die Leidenschaft eines Modellbauers, erstmal etwas zu Bauen. Denn das erste Fahrzeug von Rainer Nellißen ist schon gute 10 Jahre alt. Geplant war ursprünglich ein 3 - Achser mit gelenkter Vorlaufachse. Dieses Fahrzeug gibt es auch im Fuhrpark der Stadt Recklinghausen. Nur als er mit dem Nachbau begann, kamen viele komplexe Probleme auf ihn zu, z.B. Längenausgleich im Lenkgestänge, räumliche Enge für das Heben / Senken der Vorlaufachse, usw. Deswegen entschied er sich für den 2 - Achser. Das Bruder - Modell ist schon exakt und ausreichend detailliert und so ist der Umbau relativ einfach. Zum anderen ist diese Fahrzeugart aus dem öffentlichen Straßenverkehr nicht mehr wegzudenken.
Beginnen wir mit dem Umbau. Auf einem gebogenenem Alu U - Profil wurde das Fahrerhaus mit Stoßstange montiert. Die Lenkachse ist von WEDICO. Auf dem Fahrerhausdach sind dem Original entsprechend die Sicken aufgeklebt worden. Das Bruder Fahrerhaus ist ursprünglich glatt. Die Fensteröffnungen sind zugeklebt für die Aufnahme der Technik. Die Spiegel und Rampenspiegel sind auch nachträglich von mir angebracht worden.
„Damit ich fahren und lenken kann,“ erzählt das Entsorgungsfahrzeug „hat Rainer Nellißen mir einen WEDICO Standart - Antrieb inklusive WEDICO - Fahrtenregler eingebaut.“
Die Felgen hat er aus einem Buchenrundholz geschnitten, damit die Bruder - Felgeneinsätze verwendet werden können. Auf WEDICO - Felgen passen die Einsätze nicht weit genug unter den Reifen und können auch nicht befestigt werden.
Der Müllaufbau ist durch das Einkleben eines ABS Streifen verlängert worden. „Somit bin ich von 515 mm auf knappe 600 mm gewachsen“ schildert in brüstig das Entsorgungsfahrzeug. „In meinem Müllaufbau mußten viele Löcher und Führungen verschlossen werden, die ich als Kinderspielzeug hatte.“

Blick auf das Fahrzeugheck
Der komplette Hebemechanismus für die Rollcontainer mußte erneuert und umgebaut werden. Ausgangspunkt war nur die Gabel für die Rollcontainer und die linke Lagerung davon. Bis dieses Umschütten funktionierte, habe ich mehrere Versuche und Fachgespräche mit anderen Modellbauern geführt. Auch intensives experimentieren gehörte dazu.
Während Rainer Nellißen in Berlin seinen Außendienst verrichte ( Er war damals für 18 Monate in Berlin tätig ), sind ihm die vollverkleideten Entsorgungsfahrzeug aufgefallen. Die LED's in der Seitenverkleidung hatte Rainer Nellißen selbst entwickelt. Bis heute hat er so etwas an den Originalen Fahrzeugen nicht gesehen. Bei Ampel Stopps oder „Zwangspausen“ hatte er sich die Berliner Entsorgungsfahrzeug näher angesehen, die Zustimmung seines Beifahrers hatte er nicht immer. Frauen waren für den Beifahrer interessanter, er schaute ihnen gerne auf der Straßen nach.
Zu den bereits vorhandenen gelben Rundumkennleuchten auf dem Fahrerhaus kam noch eine dritte am Fahrzeugheck hinzu. Das Lampenglas hatte er als Ersatzteil bei der Firma Bruder bestellt. Die Firma Bruder ist sehr entgegenkommend auf diesem Gebiet. In die Rückwand des Aufbaus wurde aus quadratischen LED der Beleuchtungskörper ( Schlußlicht, Bremslicht und Blinker ) gebaut.
Wie im Original sind auch die hoch gesetzten noch einmal vorhanden. Die Rückseite ist mit Begrenzungsleuchten, Arbeits- und Rückfahrscheinwerfern vervollständigt worden. In dem Modell sind die Arbeitsscheinwerfer eingebaut, somit gegen Beschädigung beim Heben / Senken des Rollcontainer geschützt. Zu meiner Verwunderung sind bei Entsorgungsfahrzeug kaum Rückfahrscheinwerfer installiert.

Als Beispiel für das angebrachte Zubehör möchte ich erwähnen:

  • Kehrblech,

  • Handfeger,

  • Schüppe,

  • großen Straßenbesen.

Dieser Straßenbesen ist aus einer Zahnbürste, natürlich einer ungebrauchten, entstanden. Bürstenkopf abgesägt, zurecht gepfeilt, gestrichen und ein wenig die Borsten verschmutzt. Der Besenstiel ist ein gekürzter Schaschlikspieß.
Die Lampenkörper am Fahrerhaus sind alle selbst gemacht. Dabei handelt es sich einmal um die seitwärts angebrachten Blinker und Begrenzungsleuchten, ( wie am original Volvo ).
In die vorderen Lampenkörper der Stoßstange sind Fahrlicht, Fernlicht, Nebelscheinwerfer eingebaut worden. Oberhalb der Windschutzscheibe befinden dich ebenfalls die Begrenzungsleuchten.
„In mir wurden 26 LED verbaut, 3 Rundumkennleuchten mit 12 Glühlampen und weitere 14 Glühlampen für die Fahrzeugbeleuchtung, Arbeits- und Rückfahrscheinwerfer“ erklärt das Entsorgungsfahrzeug dem Berichterstatter.
Auf die Frage nach weiteren technischen Daten und Fähigkeiten antwortet es mit:

„Ich bin 600 mm lang, 170 mm breit und 230 mm hoch. Ich wiege 7 kg.
Ich kann mich stufenlos vorwärts / rückwärts bewegen, rechts / links um die Ecke fahren.
Meine Lichter kann ich für das Blinken, Warnblinken, Fahrlicht , Fernlicht, Arbeits- und Rückfahrscheinwerfer verwenden.
Heben / senken des Rollcontainer.
Alle die aufgelisteten Fähigkeiten kann mein Fahrer über die Funkfernsteuerungsanlage bedienen.
Meine Lieblingsfarbe ist Kommunalorange.“

 

 

Maße und Gewichte:

 

            Zugmaschine                                    

Länge:          60 cm                                    

Breite:          17 cm                                    

Höhe:         23 cm                                    

Maßstab:   1 : 12

Bauart:

Gemischte Bauweise

Antrieb:

Elektroantrieb 4 x 2, Standard – Differential, großer Bühler – Motor,

Funktionen:

Stufenlos vorwärts / rückwärts

Links / rechts

Blinker

Bremslicht

Rückfahrscheinwerfer

Heben und Senken des Müllbehälter

Besonderheiten:

Fahrlicht, Fernlicht, Nebelscheinwerfer, Warnblinker, Rundumlicht, Vollverkleidung, Arbeitsscheinwerfer,

 

weitere Bilder

erstellt am: 12.12.2004

geändert am: 22.10.2009