Einrichtung einer Modellbauwerkstatt

 

Zu allererst sollte es meiner Meinung nach bei der Planung und Einrichtung einer eigenen Hobbywerkstatt, neben aller Begeisterung für den Modellbau auch um die Sicherheit gehen. Und zwar sowohl um die eigene Arbeitssicherheit als auch um die Sicherheit von und für die Kinder:

·        da in einer Werkstatt häufig Lösungsmittel, Lacke etc. und

·        scharfe Werkzeuge,

1.      wie Stemmeisen,

2.      Scheren,

3.      Metallspäne,

4.      Messer oder

5.      Handmaschinen,

offen zugänglich sind.

 

Daher wäre / ist es ratsam, die Werkstatt auf jeden Fall in einem abschließbaren Raum unterzubringen, beispielsweise:

·        in der Garage,

·        im Gartenhaus,

·        auf dem Dachboden

·        oder im Keller.


Bei der Größe der Hobbywerkstatt planen Sie lieber etwas großzügiger, damit man für eventuell dazukommende Stationärmaschinen:

·        Säulenbohrmaschine,

·        Drehbank,

·        Fräszentrum

und für die Lagerung:

·        von Holz- und

·        Holzwerkstoff-,

·        Metall-, und

·        Kunststoffplatten

ausreichend Platz hat.

 

Ebenso wichtig ist ein komfortabler Zugang zur Arbeitsstätte durch eine breite Tür. Die idealle Hobbywerkstatt wird sich Idealerweise im Erdgeschoss befinden oder zumindest über eine breite Treppe leicht zu erreichen sein.

Der Boden einer Werkstatt sollte rutschfest und eben sein, um Unfällen vorzubeugen und genaues Werken zu ermöglichen.  Durch das Arbeiten liegt dann auf dem Boden Schleifstaub, Fette, Öle, Späne und ähnliches. Was den Boden eventuell glatt macht. Ich achte außerdem immer darauf, dass alle Maschinen und Arbeitsplätze „im Wasser“ stehen. Das heißt: um die Maschinen befindet sich noch ein wenig Platz, so das man sprichwörtlich um die Maschinen herumlaufen kann.

Das Zentrum einer Hobbywerkstatt ist die Werkbank. Die richtige Höhe und die Robustheit sind meine Auswahlkriterien beim Kauf der Werkbank, Hobelbank oder eines Multifunktionstisches. Die Höhe ist wichtig, wenn man an der Werkbank steht und sich aufrecht hinstellen kann. Ohne sich über mehrere Stunden nach vorne sich überbeugen muß. Dann ist man verspannt und die Freunde am Werken wird sich schnell verabschieden.

Die Anordnung der Maschinen, der Werkbänke und des Plattenlagers plane ich vorab genau mittels Skizze. Sowohl Material wie auch Maschinen und Strom müssen in meiner Werkstatt optimal erreicht werden können. Bei stationären Maschinen sollte ausreichend Platz um die Maschinen vorhanden sein.

Wichtig für mich, und letztlich auch für jeden anderen Modellbauer, ist das Raumklima in einem Arbeitsraum. Was bringt es, wenn z.B. Massivholz über Jahre getrocknet wird, wenn die Luftfeuchtigkeit im Hobbykeller enorm hoch ist? Das Holz wird sich verziehen und das Werkstück, das ich mit Mühe gebaut habe, passt dann hinten und vorne nicht mehr. Metallplatten können durch die hohe Luftfeuchtigkeit oxidieren.  Auch für Maschinen kann zu hohe Luftfeuchtigkeit sehr schädlich sein.

Ein weiterer Aspekt für die Werkstatt sind: ausreichend gute Lichtverhältnisse. Hier empfiehlt sich, um optimale Lichtverhältnisse zu schaffen, die Decke und die Wände weiß streichen, da das Licht dann besser reflektiert werden kann. Schattenfreie Sicht ist ungemein wichtig für genaues und sicheres Arbeiten. Beleuchtungskörper sollten oberhalb der Werkbank angebracht sein oder über flexibel auszurichtenden Arbeitsplatzleuchten.

Beim Installieren der Steckdosen wird auf jeden Fall einen Spezialisten hinzugezogen. Aber ich plane bereits im Voraus, wie und wo die Stromversorgung liegen soll, damit der Elektrofachmann gleich anfangen kann. Auch sollten Steckdosen in ausreichender Anzahl vorhanden sein, lieber mehr wie zu wenig. Späteres „einbauen“ von Mehrfachsteckdosen bringt nur Platzprobleme und be- bzw. überlastet dann den Stromkreis. Denn Kabelsalat führt im Allgemeinen nur zu Unfällen und Reparaturen. Bewährt haben sich zwei Arten der Installation der Steckdosen:

·        in Wandkanälen oder

·        von der Decke herunter

 

Beide Möglichkeiten haben Vor- und auch Nachteile.

Für den Wandkanal spricht:

1.      kurze Kabel,

2.      keine Stolpergefahr durch das Kabel auf dem Fußboden,

 

Nachteil:

1.      Kabel liegt auf der Werkbank herum,

2.      „verknotet“ sich mit anderen Anschlussschnüren,

3.      Kabel stört den Arbeitsbereich, liegt im Weg.

 

 

Für die Decke spricht:

1.      keine Stolpergefahr mit den Kabel auf den Boden,

2.      Kabel lassen sich den Werkzeugmaschine einfacher zuordnen,

 

Nachteil:

1.      eventuell zu kurze Anschlussschnüre an den Werkzeugmaschinen,

2.      Werkzeugmaschinen müssen auf den Boden liegen.

 

Für Lackier- und Absaugarbeiten werde ich selbstverständlich die notwendigen Sicherheitsvorschriften der Hersteller beachten und umsetzen. Anführen möchte ich z.B. ausreichende Belüftung, nicht rauchen, kein Alkohol Trinken und auch nicht essen.

Für den Fall eines Feuers habe ich dann auch immer einen Schaumfeuerlöscher (mind. 6 Liter), ein Wasser gefüllter Putzeimer und Löschdecken aus Glasgewebematerial schnell griffbereit zur Hand. Pulverlöscher sind weniger geeignet, da sie oft mehr Schaden als Nutzen bringen. Der feine Staub korrodiert Edelstahl, Motoren, Alu usw..

Wenn ich alles soweit geplant habe, kann es an das Einräumen meiner eigenen Hobbywerkstatt gehen. Um unnötiges Suchen zu vermeiden, verstaue ich meist alles in Ordnungssystemen. Bei den Ordnungssystemen sollte man auch gleichzeitig eine ordentliche Liste anlegen über den Inhalt von den Schubkästen. Somit hat man einen Überblick, welche Vorräte man hat und wo sie zu suchen sind. In meinem Keller habe ich mir eine „Exceltabelle“, oder vergleichbares, mal ausgedruckt und archiviert. Griffbereit in der Nähe der Tür um sofort alles nachlesen zu können. Leider ist das anlagen eines Ordnungssystems zu Anfang eine große Belastung und Fleißarbeit mit der Datenerfassung. Die einzelnen Ordnungssysteme müssen einem eigenen Beschriftungssystem folgen. Danach ist es ein Genuss mit dieser Liste zu arbeiten, weil sofort alles gefunden wird. Mein Ordnungssystem ist wie folgt gegliedert: z.B. A23.3

A  = entspricht dem Ordnungssystem

23 = ist die Schublade des Ordnungssystems

.3 =  ist das Fach der Schublade.

Meine Liste habe ich wie oben beschrieben mit Ecxel erstellt. Somit habe ich alles nach der Bezeichnung sortiert. Teilweise sind Artikel doppelt aufgeführt, weil sie unter ähnlichen Bezeichnungen  dann zu finden sind. Wie z.B. Federn ( als Sammelbegriff) und dann noch einmal als Zugfeder, Druckfeder.

Bei meiner Beschriftung bin ich in der Zwischenzeit schon beim Buchstaben „T“ angekommen. Bei der Benennung der Ordnungssysteme sollte man sprichwörtlich in einer Ecke anfangen und dann z.B. sich im Uhrzeigersinn herum alle weiteren Magazine beschriften.

Damit können Kleinteile, Maschinen und das Handwerkzeug sauber und ordentlich aufbewahrt werden. Nur so kann ich in meiner komplett eingerichteten Hobbywerkstatt meiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Denn herum liegende Werkzeuge, Schrauben und Bohrer behindern doch beim Arbeiten ganz erheblich. Zu guter letzt fehlt natürlich noch die angemessene Schutzkleidung, wie beispielsweise:

·        Schutzbrille und

·        Gehörschutz.

Teil 2


Erstellt: 11.12.2007

geändert: 20.02.2018